Archive for the Rezension Category

Album: Settle Your Scores – Better luck tomorrow

Posted in Rezension on 11. Oktober 2018 by ultimaslagrimas

…und hier kommt die nächste Rezension auf der vom UltimasLagrimas-Webmaster und Textdoktor W.o.11 verschleppten Reihe. Diese Scheibe ist bereits im April erschienen.

Das zweite Album der Yankees Settle Your Scores wartet mit einer Mischung aus Hardcore, Punk, Pop und sehr viel Emo auf: Zwölf Songs, die locker von der Hand gehen und mit viel Melodie und Härte aufwarten.

Sharp Tone Records * www.settleyourscores.net * Emo-Punk?

SYS erfinden hier das Rad sicher nicht neu und bieten eine sehr cleane Aufnahme, dennoch kommt beim Hören keine Langeweile auf. Die Combo hat durchaus einen Hang zu eingängigen Melodien und auch die Emoparts (hoffe, ihr versteht jetzt, was ich meine) sind gewählt eingesetzt, so dass der Hörer eineschöne Scheibe geboten bekommt.

Sicher nichts für die große Masse, aber Freunde dieses Musikgenres werden sehr viel Freude an dieser Produktion haben. Die Scheibe wird sich desöfteren in meinem CD-Schacht finden und somit ergeht an euch eine Kaufempfehlung.

Anspieltipps: Dead man stalking, Rise/fall

Gesamtnote: eine sehr solide 2

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Buch: Greg Bear – Blutmusik

Posted in Rezension on 8. September 2018 by ultimaslagrimas

Bear, Greg: Blutmusik, Wilhelm Heyne Verlag, München 1988

An der Schnittmenge zwischen Hard SF, Transhumanismus und Body Horror bewegt sich Greg Bears Roman „Blutmusik“ aus dem Jahr 1985. Er handelt im wesentlichen davon, wie ein Gentechniker seinen Körperzellen zu Intelligenz verhilft und diese beginnen, alles Leben auf der Erde umzuwandeln.

Bear erzählt diese zugleich faszinierende und verstörende Geschichte mit einer kleinen Zahl von Protagonisten, die das welt- und realitätsverändernde Geschehen weitgehend unabhängig voneinander erleben. Dies tut er schriftstellerisch überzeugend, fast wissenschaftlich nüchtern, in kompakten Szenen, die immer nur wesentliche Ereignisse und Veränderungen skizzieren.

Bear drängt dem Rezipienten keine Bewertung des Geschehens auf, sondern zeigt lediglich, wie die unterschiedlichen Akteure darauf reagieren. Das ist viel eindrücklicher, als wenn der Autor eine schlichte Katastrophengeschichte mit Standardfiguren verfasst hätte. Und es regt den Leser dazu an, sich über das Ende des Buchs hinaus gedanklich mit der Geschichte zu befassen.

Fazit: Das Buch liest sich fast wie ein Sachbericht, und dabei doch fesselnd.

Note: 1

Film: Slender Man (USA, 2018)

Posted in Film, Rezension on 27. August 2018 by ultimaslagrimas

“Slender Man” basiert auf einer Creepypasta-Serie in den „Something awful”-Foren. Auch wer bei dieser Einleitung nichts versteht, kann erahnen, wo ein zentrales Problem des Films liegt: Er versucht den Spagat zwischen herkömmlichem Leinwand-Horror und Internet-Legenden-Grusel – und scheitert daran, was absehbar gewesen ist.

Das ist schade, denn rein handwerklich ist dies kein schlechter Film: Ein spannender Aufhänger, teilweise sehr atmosphärische Einstellungen, ordentliche Schauspielerinnen, gute Musik. Wenn sich die Macher darauf konzentriert hätten, den Slender-Man-Mythos konsequent und als richtigen Horrorfilm umzusetzen, hätte er sogar gut werden können.

Doch in der fertigen Kinofassung irrt der Streifen zwischen nur Fans verständlichen Versatzstücken der Originalidee, ärgerlichen Zugeständnissen an die Formeln des derzeitigen Mainstream-Hollywood-Horrors und deplatzierten Zitaten aus Genre-Klassikern umher (die in der Tonhöhe schwankende Glocke der Cenobiten aus Hellraiser, die Kamerafahrt durch den Wald aus Evil Dead). Er kann sich bis zum Schluss nicht entscheiden, aus welcher Perspektive, mit welchem Fokus und mit welchen Nebenfiguren die Geschichte eigentlich erzählt werden soll. So fallen manche Handlungsstränge am Ende einfach ungelöst unter den Schneidetisch, und selbst die Andeutung, dass sich der Slender-Man-Mythos reproduziert, bleibt bloße Andeutung und Fanservice, den man nur dann versteht, wenn man weiß, dass in der Realität zwei Mädchen versucht haben, eine Mitschülerin dem fiktiven Internet-Monster zu opfern.

Auch wird der modus operandi des titelgebenden Monsters inkonsistent dargestellt und ändert sich im Verlauf der Handlung mehrfach. Nur als Beispiel: Zwar erzeugt der sich nähernde Slender Man eine akustische Verzerrung in digitalen Geräten – überträgt aber von dieser Annäherung einen sauberen Video-Live-Stream auf die Smartphones seiner Opfer. So wird unbeholfen versucht, die Social-Media-Ästhetik mancher aktueller Mainstream-Teenie-Schocker mit dem Found-Footage-Ansatz zu verquicken, den die Web-Video-Serie “Marble Hornets” verwendete. Letztere hat bereits zwischen 2009 und 2012 mit bescheidensten Mitteln gezeigt, wie man den Slender-Man-Mythos richtig ins Bild bringt. Sie ist um vieles sehenswerter und unheimlicher als der Kinofilm.

Genre: Urban Horror

Note: 4

Fazit: “Slender Man” zerfällt in einen Scherbenhaufen, der den Eindruck erweckt, als hätten hier verschiedene Drehbuchautoren und Produzenten versucht, Elemente zusammenzufügen, die nicht zueinander passen, und dabei auch noch auf denkbare Fortsetzungen spekuliert. Schade.

EP: Don Broco – T-shirt song

Posted in Rezension on 10. August 2018 by ultimaslagrimas

Und hier kommt Meister Krysas neueste Rezension – damit ihr auch im Urlaub von Ultimas Lagrimas was zum Lesen und nachhören habt.

Der Vierer aus dem britischen Bedford vermochte mit seinem Mix aus Post-Hardcore und Indiepop zunächst überhaupt nicht bei mir zu zünden. Dennoch bin ich froh, dass ich dem Ganzen auch noch eine vierte und fünfte Chance gegeben habe.

Don Broco - Technology (Album cover)

Don Broco – Technology (Album cover)

SharpTone Records * www.donbroco.com * Alternative Rock/Post-Hardcore

Nachdem mir Jenny von die 4MA jetzt diese schöne Single auf Vinyl zuschickte und ich das Teil über Kopfhörer reinzog, wirkte der Sound der Band das erste Mal und zeigte, welche verborgenen Stärken tatsächlich am Start sind. Don Broco haben durchaus eine Hang zu schönen, poppigen Melodien, ohne eine gewisse Grundhärte zu verlieren.

Ob das, wie im Infoblatt beschrieben, tatsächlich den beinharten Metaller oder Punkrocker anspricht, weiß ich nicht, aber einen gewissen Charme hat die EP sehrwohl, auch wenn sich der bei mir sehr verzögert einstellte. Auf der Rückseite gibt es dann noch drei nette Mixes beziehungsweise Remixes zu hören. Sie runden diese Scheibe dann auch ab.

Ob es die EP in der Form auch zu kaufen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, da auch kein offizielles Cover beilag. Spass macht das Teil dennoch. Ansonsten einfach auf das aktuelle Album zurückgreifen (Technology).

Fazit: Einen späten Frieden gemacht mit der Band.

Anspieltipp: A-Seite der EP

Gesamtnote: 2

Album: Blind Channel – Blood brothers

Posted in Rezension on 24. Juli 2018 by ultimaslagrimas

Nach langer Verzögerung hat Netzmeister und Chefeditor W.o.11 nun endlich Zeit gefunden, die allererste aus einem ganzen Schwung interessanter Rezensionen aus der Feder von Ober-Träne Krysa für unser Ultimas-Weblog aufzubereiten und online zu stellen. To be contiued…

So, nun auch mal eine Besprechung vom Label Out of Line. Hatten wir bis dato, glaube ich, noch nicht im Repertoire.


Out of Line * www.blindchannel.fi * Violent Pop

Das zweite Release des Fünfers aus dem Land der tausend Seen (sprich: Finnland) flatterte mir dieser Tage ins Haus, und ich war zuerst einmal sehr überrascht, welche Klänge ich hier auf einem Out-of-line-Release vernehmen konnte: Viiiel Gitarre – ungewöhnlich für das Chefelektronikerlabel.

Die fünf Finnen nehmen den Hörer mit auf eine wilde Reise durch die Musikwelt und Stile. Das so richtig einzuordnen fällt hier wirklich schwer, macht aber beim Hören sehr viel Spaß. Es wird munter Industrialrock, New Wave gemischt mit Moshparts, wie sie eher im Metalcore zu finden sind, um plötzlich wieder mit Rapparts á la Limp Bizkit aufzuwarten. Hört sich wild an, ist es auch. Und trotzdem schaffen es die Herren, den Spannungsbogen oben zu halten.

Die elf Songs bestechen durch sehr solides, gutes Handwerk und durch viele Überraschungsmomente, und genau das macht diese CD aus. Mich persönlich hat diese Scheibe sehr gut unterhalten und ich bin mir sicher, dass sie auch bei euch draußen ihre Hörerschaft finden wird. Darum fällt mir hier eine gute Bewertung auch sicherlich nicht schwer und der Conducator himself kann guten Gewissens die 1,5 zücken.

Fazit: Schöne Scheibe anyway.

Anspieltipp: ganze Scheibe hören

Gesamtnote: 1,5

Knee-deep in the headbangende Fan-Masse

Posted in Rezension, Veranstaltung on 7. Mai 2018 by ultimaslagrimas

Oder: Traitor live. Eine kurze Manöverkritik.

Die eine Hälfte des Moderatoren-Teams von Ultimas Lagrimas war am Samstag, 5. Mai, abends noch fit genug, um sich einen musikalischen Leckerbissen zu gönnen: Für die vier Jungs von Traitor stand die Bühnenpremiere ihres neuen Albums im Tübinger Epplehaus an.

„Einlass-Stopp“ war schon früh an der Eingangstür zu lesen, das Epplehaus ausverkauft. Ja, das wisse man, die Balinger würden jede Menge Fans mitbringen, sagte mir drinnen ein Bekannter, nachdem die netten Leute am Einlass mich als Medienvertreter freundlicherweise trotzdem noch eingelassen hatten.

Im Untergeschoss stieß ich nach kurzer Suche und kurzem Händedruck von Gitarrist Gerd dann auf Andreas, Stimme, Kopf und Schlagwerk unserer Lieblings-Thrasher von der Zollernalb. Er hatte für mich die neue Vinyl-LP und ein Thrash-Commando-T-Shirt mitgebracht. Sehr nett, sich nach vielen Jahren des Mail-Kontakts endlich mal persönlich zu begegnen und die Sprechstimme zu hören (in sympathischem Schwäbisch).

Kurz nach 23 Uhr wurde es im oberen Saal dann laut: Mit Traitor!Traitor!-Rufen begrüßten die Fans Andreas, Gerd, Lorenz und Matthias zum kurzen Soundcheck. Die Gitarren wie immer etwas zu dominant, aber was soll’s, es klang zumindest sauber (aus dem Balinger Sonnenkeller fünf Jahre zuvor war ich weniger gewohnt).

Dann war die Bühne leer und das von Andreas angekündigte Live-Intro erklang: Ein kurzes Hörspiel mit Synchronsprecher Kai Taschner („Traitor? Was für ein blöder Name!“) bewies, dass sich die Band selbst nicht zu ernst nimmt – das ist eines der Elemente, die sie ungeachtet aller Härte von Musik, Texten und Plattengrafiken sympathisch macht.

Und dann ging’s mit dem Titelsong vom aktuellen Album (nebst Doom-Intro) auch schon los: Song auf Song, kein großes Gelaber dazwischen, immer in vollem Tempo, immer mit vollem Druck. Gut anderthalb Stunden lang (plus Zugabe) feuerten Andi und seine Bande Mosh-Hit auf Schredder-Track in den kleinen Raum, in dem kaum ein Durchkommen war. Viele der Songs funktionieren live deutlich besser als von Platte und zeigen damit, dass man die Thrash-Heroen vom Eyach-Ufer am besten bei einem Konzert erleben sollte – um so mehr, wenn man von der Bassdrum auch was hört und diese nicht weitgehend heruntergemischt wird (ein weiterer, kleiner Tadel an den Mischermann!).

Traitor zeigten im Epplehaus, welche Bühnenerfahrung sie von mehr als 100 Auftritten inzwischen haben. Denn bei aller erkennbaren Anstrengung, von der schweißtriefende Haare und Leiber bei Musikern und headbangenden Fans gleichermaßen zeugten, wirkte der Auftritt insgesamt wie eine wilde, fröhliche Party, bei der die Leute sowohl auf und als auch vor der Bühne einen riesigen Spaß hatten. Selbst zwei ganz hinten stehende Metaller, die offensichtlich für eine der beiden Vorbands gekommen waren und beim Intro noch über die Balinger Buben frotzelten, ließen sich schnell mitreißen und streckten bald begeistert die Pommesgabeln in die Höhe.

Traitor live, das ist Musik aus der Szene, mit der Szene und für die Szene – anders kann man das nicht sagen. Wer Thrash Metal mag, sollte den nächsten Auftritt des Quartetts nicht verpassen.

Ein Haufen neuer Rezis

Posted in Info, Rezension on 3. Mai 2018 by ultimaslagrimas

Meister Krysa hat einen Haufen von Rezensionen mehr oder minder aktueller Veröffentlichungen geschrieben. Die werden wir euch in nächster Zeit hier im Ultimas-Blog textlich darbieten – und die dazugehörige Musik gibt es dann in der oder den kommenden Sendungen von Ultimas Lagrimas. Vorgestellt werden nach heutigem Stand:

  • Blind Channel – Blood brothers
  • Don Broco – T-Shirt-Song EP
  • Ektomorf – Fury
  • Grober Knüppel – Futter für die Aussortierten
  • Letzte Instanz – Morgenland
  • Qntal – Nachtblume
  • Settle Your Scores – Better luck tomorrow

Danke fürs Bemustern an unsere Labelpartner!

Blind Channel-blood brothers