Archive for the Rezension Category

EP: Don Broco – T-shirt song

Posted in Rezension on 10. August 2018 by ultimaslagrimas

Und hier kommt Meister Krysas neueste Rezension – damit ihr auch im Urlaub von Ultimas Lagrimas was zum Lesen und nachhören habt.

Der Vierer aus dem britischen Bedford vermochte mit seinem Mix aus Post-Hardcore und Indiepop zunächst überhaupt nicht bei mir zu zünden. Dennoch bin ich froh, dass ich dem Ganzen auch noch eine vierte und fünfte Chance gegeben habe.

Don Broco - Technology (Album cover)

Don Broco – Technology (Album cover)

SharpTone Records * www.donbroco.com * Alternative Rock/Post-Hardcore

Nachdem mir Jenny von die 4MA jetzt diese schöne Single auf Vinyl zuschickte und ich das Teil über Kopfhörer reinzog, wirkte der Sound der Band das erste Mal und zeigte, welche verborgenen Stärken tatsächlich am Start sind. Don Broco haben durchaus eine Hang zu schönen, poppigen Melodien, ohne eine gewisse Grundhärte zu verlieren.

Ob das, wie im Infoblatt beschrieben, tatsächlich den beinharten Metaller oder Punkrocker anspricht, weiß ich nicht, aber einen gewissen Charme hat die EP sehrwohl, auch wenn sich der bei mir sehr verzögert einstellte. Auf der Rückseite gibt es dann noch drei nette Mixes beziehungsweise Remixes zu hören. Sie runden diese Scheibe dann auch ab.

Ob es die EP in der Form auch zu kaufen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, da auch kein offizielles Cover beilag. Spass macht das Teil dennoch. Ansonsten einfach auf das aktuelle Album zurückgreifen (Technology).

Fazit: Einen späten Frieden gemacht mit der Band.

Anspieltipp: A-Seite der EP

Gesamtnote: 2

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Album: Blind Channel – Blood brothers

Posted in Rezension on 24. Juli 2018 by ultimaslagrimas

Nach langer Verzögerung hat Netzmeister und Chefeditor W.o.11 nun endlich Zeit gefunden, die allererste aus einem ganzen Schwung interessanter Rezensionen aus der Feder von Ober-Träne Krysa für unser Ultimas-Weblog aufzubereiten und online zu stellen. To be contiued…

So, nun auch mal eine Besprechung vom Label Out of Line. Hatten wir bis dato, glaube ich, noch nicht im Repertoire.


Out of Line * www.blindchannel.fi * Violent Pop

Das zweite Release des Fünfers aus dem Land der tausend Seen (sprich: Finnland) flatterte mir dieser Tage ins Haus, und ich war zuerst einmal sehr überrascht, welche Klänge ich hier auf einem Out-of-line-Release vernehmen konnte: Viiiel Gitarre – ungewöhnlich für das Chefelektronikerlabel.

Die fünf Finnen nehmen den Hörer mit auf eine wilde Reise durch die Musikwelt und Stile. Das so richtig einzuordnen fällt hier wirklich schwer, macht aber beim Hören sehr viel Spaß. Es wird munter Industrialrock, New Wave gemischt mit Moshparts, wie sie eher im Metalcore zu finden sind, um plötzlich wieder mit Rapparts á la Limp Bizkit aufzuwarten. Hört sich wild an, ist es auch. Und trotzdem schaffen es die Herren, den Spannungsbogen oben zu halten.

Die elf Songs bestechen durch sehr solides, gutes Handwerk und durch viele Überraschungsmomente, und genau das macht diese CD aus. Mich persönlich hat diese Scheibe sehr gut unterhalten und ich bin mir sicher, dass sie auch bei euch draußen ihre Hörerschaft finden wird. Darum fällt mir hier eine gute Bewertung auch sicherlich nicht schwer und der Conducator himself kann guten Gewissens die 1,5 zücken.

Fazit: Schöne Scheibe anyway.

Anspieltipp: ganze Scheibe hören

Gesamtnote: 1,5

Knee-deep in the headbangende Fan-Masse

Posted in Rezension, Veranstaltung on 7. Mai 2018 by ultimaslagrimas

Oder: Traitor live. Eine kurze Manöverkritik.

Die eine Hälfte des Moderatoren-Teams von Ultimas Lagrimas war am Samstag, 5. Mai, abends noch fit genug, um sich einen musikalischen Leckerbissen zu gönnen: Für die vier Jungs von Traitor stand die Bühnenpremiere ihres neuen Albums im Tübinger Epplehaus an.

„Einlass-Stopp“ war schon früh an der Eingangstür zu lesen, das Epplehaus ausverkauft. Ja, das wisse man, die Balinger würden jede Menge Fans mitbringen, sagte mir drinnen ein Bekannter, nachdem die netten Leute am Einlass mich als Medienvertreter freundlicherweise trotzdem noch eingelassen hatten.

Im Untergeschoss stieß ich nach kurzer Suche und kurzem Händedruck von Gitarrist Gerd dann auf Andreas, Stimme, Kopf und Schlagwerk unserer Lieblings-Thrasher von der Zollernalb. Er hatte für mich die neue Vinyl-LP und ein Thrash-Commando-T-Shirt mitgebracht. Sehr nett, sich nach vielen Jahren des Mail-Kontakts endlich mal persönlich zu begegnen und die Sprechstimme zu hören (in sympathischem Schwäbisch).

Kurz nach 23 Uhr wurde es im oberen Saal dann laut: Mit Traitor!Traitor!-Rufen begrüßten die Fans Andreas, Gerd, Lorenz und Matthias zum kurzen Soundcheck. Die Gitarren wie immer etwas zu dominant, aber was soll’s, es klang zumindest sauber (aus dem Balinger Sonnenkeller fünf Jahre zuvor war ich weniger gewohnt).

Dann war die Bühne leer und das von Andreas angekündigte Live-Intro erklang: Ein kurzes Hörspiel mit Synchronsprecher Kai Taschner („Traitor? Was für ein blöder Name!“) bewies, dass sich die Band selbst nicht zu ernst nimmt – das ist eines der Elemente, die sie ungeachtet aller Härte von Musik, Texten und Plattengrafiken sympathisch macht.

Und dann ging’s mit dem Titelsong vom aktuellen Album (nebst Doom-Intro) auch schon los: Song auf Song, kein großes Gelaber dazwischen, immer in vollem Tempo, immer mit vollem Druck. Gut anderthalb Stunden lang (plus Zugabe) feuerten Andi und seine Bande Mosh-Hit auf Schredder-Track in den kleinen Raum, in dem kaum ein Durchkommen war. Viele der Songs funktionieren live deutlich besser als von Platte und zeigen damit, dass man die Thrash-Heroen vom Eyach-Ufer am besten bei einem Konzert erleben sollte – um so mehr, wenn man von der Bassdrum auch was hört und diese nicht weitgehend heruntergemischt wird (ein weiterer, kleiner Tadel an den Mischermann!).

Traitor zeigten im Epplehaus, welche Bühnenerfahrung sie von mehr als 100 Auftritten inzwischen haben. Denn bei aller erkennbaren Anstrengung, von der schweißtriefende Haare und Leiber bei Musikern und headbangenden Fans gleichermaßen zeugten, wirkte der Auftritt insgesamt wie eine wilde, fröhliche Party, bei der die Leute sowohl auf und als auch vor der Bühne einen riesigen Spaß hatten. Selbst zwei ganz hinten stehende Metaller, die offensichtlich für eine der beiden Vorbands gekommen waren und beim Intro noch über die Balinger Buben frotzelten, ließen sich schnell mitreißen und streckten bald begeistert die Pommesgabeln in die Höhe.

Traitor live, das ist Musik aus der Szene, mit der Szene und für die Szene – anders kann man das nicht sagen. Wer Thrash Metal mag, sollte den nächsten Auftritt des Quartetts nicht verpassen.

Ein Haufen neuer Rezis

Posted in Info, Rezension on 3. Mai 2018 by ultimaslagrimas

Meister Krysa hat einen Haufen von Rezensionen mehr oder minder aktueller Veröffentlichungen geschrieben. Die werden wir euch in nächster Zeit hier im Ultimas-Blog textlich darbieten – und die dazugehörige Musik gibt es dann in der oder den kommenden Sendungen von Ultimas Lagrimas. Vorgestellt werden nach heutigem Stand:

  • Blind Channel – Blood brothers
  • Don Broco – T-Shirt-Song EP
  • Ektomorf – Fury
  • Grober Knüppel – Futter für die Aussortierten
  • Letzte Instanz – Morgenland
  • Qntal – Nachtblume
  • Settle Your Scores – Better luck tomorrow

Danke fürs Bemustern an unsere Labelpartner!

Blind Channel-blood brothers

Album: Traitor – Knee-deep in the dead

Posted in Rezension on 25. April 2018 by ultimaslagrimas

Schon einige Jahre verfolgen wir von Ultimas Lagrimas die Karriere der Balinger Thrash-Metal-Kapelle Traitor. Mit ihren dritten Album „Knee-deep in the dead“ haben die vier Jungs ein massives Brett gezimmert – und das ist eine Rezension wert.

Noch eigenständiger, noch härter, noch druckvoller: „Knee-deep in the dead“ ist ein weiterer Schritt für Traitor auf dem steinigen Weg empor zum Metal-Gipfel.

Violent Creek Records/Soulfood * www.traitor-band.de * 38:50 min * Thrash Metal

Das Album kommt mit elf (genaugenommen zehn) Tracks auf gute 39 Minuten Spielzeit. Im Vergleich zum direkten Vorgänger „Venomizer“ werfen Traitor bei „Knee-deep in the dead“ erneut zusätzlich Holz in den Kessel der Dampfmaschine, die das Metallschiff antreibt: Bei Härte, Geschwindigkeit und Sound kommt die Scheibe ordentlich voran.

Was besonders auffällt ist, wie geschlossen sie klingt – und das auf durchgehend hohem Niveau. Traitor sind nach dem Retro-Thrash ihres Erstlings und der Findungsphase des zweiten Albums angekommen und haben endgültig ihren eigenen Stil gefunden: Hohes Tempo und auf das Wesentliche reduzierte Songstrukturen – nicht aus technischer Begrenztheit, sondern aus bewusstem Formwillen – schnörkellos, immer auf den Punkt, und gelegentlich auch mit überraschend melodiösen Zwischentönen.

Das ist Thrash Metal, aber eben nicht (mehr) nostalgisch angehaucht, sondern State-of-the-art 2018. Man kann das mögen oder nicht – die konsequente Umsetzung des musikalischen Konzepts muss man in jedem Fall anerkennen. Es reihen sich nicht einzelne Titel aneinander, „Knee-deep in the dead“ ist ein klanglich zusammenhängendes Gesamtwerk geworden. Selbst der gut gewählte und interpretierte Cover-Song („Blitzkrieg Bop“ von den Ramones) passt so nahtlos hinein, als ob er ein originales Traitor-Stück sei.

Okay, man könnte sich vielleicht noch etwas mehr Vielfalt beim Songwriting und den Arrangements vorstellen, oder mehr Variation im Gesang wünschen. Aber, mal ehrlich: Wenn eine Band es schafft, einen eigenen, unverwechselbaren Sound zu finden und zu etablieren, dann ist das ein solides Fundament, auf dem sie weiter aufbauen kann. Und für Traitor wird es zweifellos weiter nach oben gehen, denn das, was man auf der neuen Scheibe hören kann, leisten die vier auch auf der Bühne.

Noch ein Wort zum Albumtitel und dem Titelsong: Klar ist das eine tiefe Verbeugung vor dem genreprägenden „Killerspiel“ Doom, das vor 25 Jahren erschienen ist, und dessen erstes Kapitel eben „Knee-deep in the dead“ hieß. Sehr schön für ältere Gamer-Semester, dass das Song-Intro (der erwähnte zusätzliche Track) sogar direkt Samples aus dem Shooter-Meilenstein verwendet.

Fazit: Kompromissloser, direkter, technisch geschliffener Thrash mit leichten Anklängen von Melodic Death Metal. Weiter so!

Anspieltipps: Mad dictator (Track 1), Nuke Em All (Track 3)

Gesamtnote: 1,6

Album: Black Veil Brides – Vale

Posted in Rezension on 24. Februar 2018 by ultimaslagrimas

Seit kurzer Zeit werden Ultimas Lagrimas nun auch vom Vertrieb Die4ma bemustert, und als erste Promo kam dann auch gleich die nagelneue Scheibe der Black Veil Brides aus Ohio ins Funkhaus. Hatte ich die Band bis dato überhaupt nicht auf dem Schirm, so muss ich gleich am Anfang schon bekunden: Asche auf mein Haupt.

Republic Records * www.blackveilbrides.net * Emo Metal

Vom Intro an packt einen die Scheibe gleich richtig und weiß über die gesamten 12 Tracks zu überzeugen. Keine füller – ein sehr abwechslungsreiches, hitverdächtiges Gesamtwerk nimmt seinen Lauf.

Der gute Herr Biersack (der heisst wirklich so – aber die yankees werden das wahrscheinlich etwas anders wahrnehmen) und seine vier Mitstreiter bringen ein furioses Gebräu aus
Emo, Metal, Punk, einer prise Goth und J-Rock an den Start, das vor allem durch seine Ohrwurmqualitäten besticht. als Vergleich fallen einem Bullet for my valentine und Konsorten, Volbeat oder einige der angesagten japanischen Kapellen wie Calmando Qual oder D’espairs Ray ein.

Es fällt schwer, einen oder zwei Anspieltips herauszufiltern, bei der Dichte an hits. Das zwischenzeitlich fünfte Werk der Truppe wird hoffentlich zu weiterer Bekanntheit beitragen und ich muss eingestehen, die letzten Jahre definitiv diese Band verpasst zu haben.

Fazit: Gute melodien, guter Gesang und definitiv eine CD, die in meinem Player öfter erscheinen wird.

Anspieltipps: When they call my name, The last one und our destiny

Gesamtnote: eine wohlverdiente und gern vergebene 1

Album: Phil Campbell and the Bastard Sons – The age of absurdity

Posted in Rezension on 19. Februar 2018 by ultimaslagrimas

Der Waliser Phil Campbell dürfte dem ein oder anderen Zeitgenossen aus seiner Zeit bei der Legende motörhead, für die er ab 1983 die Klampfe bedient hat, geläufig sein. Da der Gute auch nach Lemmys Ableben nicht untätig sein möchte, packte er sich kurzerhand seine Familienbande, sprich drei Söhne, addiert einen Sangesmann hinzu und spielt für das Donzdorfer Label Nuclear Blast kurzerhand dieses Kleinod an Musik ein: „The age of absurdity“

Nuclear Blast * www.philcampbell.net * Hardrock’n’Roll

Mochte am Anfang der Funke bei mir nicht ganz überspringen, so entwickelt das gute Teil bei mehrmaligem Hören druckvolle Stärke. Auch wenn nicht Motörhead draufsteht, ist irgendwie doch motörhead drin, und seine Altlasten kann der Herr aus Pontypridd wahrhaftig nicht verdrängen. Das ist auch gut so und die motörheadlastige Dampframme nimmt Fahrt auf.

Gut, die blueslastigen Einlagen sind nicht wirklich my cup of tea, werden aber durch die ungestüme Power durchaus adäquat ausgeglichen. Handwerklich ist es eine rundum solide Angelegenheit und auch die Kids haben offenbar ihre Hausaufgaben gemacht. Die stimme des Sängers kann dann auch mit etwas mehr Varietät aufwarten als die des verblichenen Altmeisters Lemmy. Letztlich einfach ein grundsolides Gebräu aus Metal, Blues, Hardrock und Rock’n’roll. Kurzum, wer Motörhead mochte, wird sich nach kurzem Zögern auch sehr gut mit dieser Scheibe anfreunden. Manchmal braucht es eben länger, wie bei mir.

Fazit: Wirkt retardierend, dann aber richtig.

Anspieltipps: Skin and bones, Welcome to hell

Gesamtnote: 2