Archiv für Juni, 2019

Album: Kontrast – Unaufhaltsam

Posted in Klang des Monats, Rezension on 28. Juni 2019 by ultimaslagrimas

Als Unterstützer der Krautfunding-Kampagne und Fan-Remixer hat UL-Ko-Moderator W.o.11 schon früh erste Impressionen des neuen Kontrast-Albums erhalten – und die CD lange vor dem regulären Veröffentlichungstermin. Deshalb gibt es heute eine Ultimas-Lagrimas-exklusive Rezension der Scheibe.

„Unaufhaltsam“ heißt das fünfte Album, das die elektronische Tanzkapelle Kontrast veröffentlicht. Musikalisch und textlich bewegen sich Dirk, Robert, Falko und Nebli damit weiter auf ihrer eigenen Schnellstraße – und damit auf einer ganz anderen Route als das Gros der meisten Szenekollegen.

Alive/Danse Macabre * www.einheitsschritt.de * 51:21 min * Synthpop

„Unaufhaltsam“ bringt es mit zwölf Stücken auf gute 50 Minuten Spieldauer. Tanzbare Titel mit Hit-Potential sind ebenso unter diesen wie gebrochene Balladen, atmosphärische Stücke und instrumentale Zwischenmusiken. Ein düsterbunter Melodienstrauß, der gleichermaßen Liebesbeweis an die Fans wie Abschiedsgruß auf dem Grab der meist tragischen Protagonisten der getexteten Lieder sein kann.

Im Detail:

  1. Unverwundbar: Ein grandioser Song mit mediokrem Gitarrensolo. Trotzdem gut.
  2. John Schehr und Genossen: Eine tanzbare, dunkeldeutsche Geschichtsstunde auf Grundlage eines vertonten Gedichts.
  3. Plänterwald: Eine gruselige Moritat und ein starkes Duett.
  4. Ostseekind: Die im Text enthaltene FDJ-Ostalgie erschließt sich mir als Wessi zumindest emotional nicht. Gleichwohl ein schönes Stück.
  5. So kalt: Bereichert die Atmosphäre des Albums, hätte aber besser direkt als inhaltliche Reprise hinter „Plänterwald“ gehört.
  6. Nachtclub: Eine gelungene Genreparodie á la „EKM“ vom 15 Jahre alten Album Industrie-Romantik.
  7. Weserbergland: Ein krautrockiges Füll-Instrumental mit akustischen Drums.
  8. Der Masterplan: Eine tiefe und respektable Verbeugung vor Kraftwerk und S.P.O.C.K.s „Klingon“.
  9. Analoge Wellen: Ein klanglich fein gestalteter Füller.
  10. Hotel Polissya: Eine jazzig angehauchte Großstadt-Elegie, am besten als thematischer Dreiklang mit den Tracks 11 und 12 zu hören.
  11. Der Sarkophag: Inhaltlich berührend, meisterlich komponiert und arrangiert. Ein Trauergesang auf die zuvor unbesungenen Helden der Tschernobyl-Katastrophe, die Liquidatoren.
  12. Im Abendrot: Die davonwehende Strahlungswolke setzt den Schlusspunkt hinter „Unaufhaltsam“ und zitiert im Titel den Text des vorangehenden Stücks.

Was alle Songs verbindet, ist die weiter perfektionierte Kompositionsweise: Hier ist eine Band am Werk, die im Kern seit einem Vierteljahrhundert Stücke schreibt. Keine Note ist zuviel, die Arrangements in oft nur mit genauer Analyse zu bemerkenden Details aufgebaut, niemals wie aus dem Baukasten zusammengesetzt. Dazu kommt der ernsthafte, mitunter auch augenzwinkernd zitierende Kontrast-Klang, der diese Scheibe nicht nur unaufhaltsam, sondern auch unverwechselbar macht.

Was Texte und Gesang betrifft: Kontrast wären nicht Kontrast ohne Inhalte, Themen und Formulierungen, die man so bei keiner anderen Band findet. Sie regen zum Nachdenken, manchmal Schmunzeln an und werden von Robert und Nebli auf eine Weise dargeboten, die die Möglichkeiten ihrer Stimmen optimal nutzt.

Muss man noch mehr schwärmen? Kaum. „Unaufhaltsam“ ist ein Album, das sich nahtlos ins bisherige Oeuvre der ehemaligen „Isecs“ einreiht und dieses um weitere Song-Höhepunkt für ein mögliches „Best-of“-Album ergänzt.

Fazit: Wer elegant komponierte, melodiöse, elektronische Popmusik mit sinnvollen, deutschen Texten schätzt, sollte auch an diesem Kontrast-Album nicht vorbeihören.

Anspieltipps: John Schehr und Genossen, Plänterwald, Der Sarkophag (Tracks 2, 3 & 11)

Gesamtnote: 1,8

Rod Serling gestorben (1975)

Posted in Historisches on 28. Juni 2019 by ultimaslagrimas

Am 28. Juni 1975 ist der Drehbuchautor Rod Serling gestorben. Seine Arbeit hat in der Film- und Fernsehgeschichte einen langen Nachhall: Er konzipierte, produzierte, moderierte und schrieb zu einem gewichtigen Teil die Serien „Twilight Zone“ und „Night Gallery“, und von ihm stammte auch die Drehbuchadaption von „Planet derr Affen“.

Peter Lorre geboren (1904)

Posted in Historisches on 26. Juni 2019 by ultimaslagrimas

Am 26. Juni 1904 wurde Lazlo Löwenstein geboren, der unter dem Pseudonym Peter Lorre schauspielerischen Weltruhm erringen sollte. Seine bekannteste Rolle ist wohl der Kindermörder Hans Beckert in Fritz Langs Thriller M (1931). Eine seiner letzten Rollen spielte Lorre neben Vincent Price und Boris Karloff 1963 in „The Comedy of Terrors“, nach einem Drehbuch von Richard Matheson. Peter Lorre starb am 23. März 1964 an einem Schlaganfall.