Anthologie: Hellbound Hearts

Kane, Paul & O’Regan, Marie: Hellbound Hearts; Pocket Books, New York, 2009

Mit der Kurzgeschichte „The hellbound heart“ und den darauf basierenden Hellraiser-Filmen hat der Schriftsteller und Regisseur Clive Barker Ende der 80er-Jahre ein vollkommen eigenständiges Horror-Universum geschaffen. In diesem spielen auch die 21 Kurzgeschichten, die 2009 in dem Sammelband „Hellbound Hearts“ veröffentlicht worden sind.

Die verschiedenen Autoren befassen sich darin auf höchst unterschiedliche Weise mit dem von Barker erdachten Mythos um die Zenobiten – Schmerz und Lust vereinende Dämonen – und die Lament-Konfiguration – die „Hellraiser-Box“ -, mit der diese beschworen werden. Abseits dieser beiden Konstanten sind die Geschichten inhaltlich und stilistisch so unterschiedlich wie deren Verfasser.

Mechanisms“ von Christopher Golden und Mike Mignola beispielsweise verbindet den Hellraiser-Mythos beispielsweise mit viktorianischem Gothic Horror. „The dark materials project“ von Sarah Langan tut dies mit Science-fiction. Es gibt Ausflüge in Krimi, Urban Fantasy oder eben auch grimmigen Body Horror, wie man es bei Hellraiser erwartet. Diese Vielfalt stellt eine Stärke des Sammelbands dar, lassen die meisten Autoren doch schnell die von Barker vorgezeichnete Schablone um körperliches Leiden und zwischenmenschliche Leidenschaft hinter sich.


Fazit: Horrorfans sollten das Buch auf jeden Fall lesen. Die Vielfalt der Ideen unter einem zusammenführenden, oft nur angedeuteten, übernatürlichen Mythos bietet gruselige, selten drastische Unterhaltung, die man sich oft als Teil einer Horrorfilm-Anthologie vorstellen könnte.

Note: 1

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