Roman: Terry Pratchett – Gevatter Tod

Pratchett, Terry: Gevatter Tod, Wilhelm Heyne Verlag, München, 1990

In meiner Schul- und Studienzeit habe ich etliche seinerzeit erstmals in deutscher Übersetzung erscheinende Romane Terry Pratchetts gelesen. Im Abstand von gut 20 Jahren habe ich nun noch einmal zu „Gevatter Tod“ gegriffen, dem vierten von insgesamt 41 Romanen aus dem Scheibenwelt-Zyklus des 2015 verstorbenen Schriftstellers.

Seinerzeit waren Pratchetts Themen und Stil eine willkommene Abwechslung von der dominierenden, heldenhaft-ernsten Fantasy in der Tradition Tolkiens. Diese Wirkung hat „Gevatter Tod“ auch heute noch: Die im Kern sehr einfach gestrickte Handlung – der Lehrling des Tods verschont eine Prinzessin und bringt dadurch das Gefüge der Realität durcheinander – ist im Grunde nur der Aufhänger für eine Vielzahl markanter Haupt- und Nebenfiguren, kurioser Beschreibungen und Abschweifungen sowie humorvoller Dialoge.

Dadurch bietet das Buch gute Unterhaltung und viele Protagonisten mit Wiedererkennungswert – allen voran den stets in Großbuchstaben sprechenden Tod. Die Gescchichte ist hingegen eher Nebensache.

„Gevatter Tod“ ist in sich abgeschlossen und erfordert kein Vorwisse. Damit eignet er sich für Einsteiger gut, um auszuprobieren, ob einem Pratchetts Stil gefällt, und auch für einen Erstkontakt mit der Scheibenwelt.

Fazit: Das Buch ist keine Hochliteratur, liest sich aber flott weg, sodass man sich kaum langweilen wird – und das ist mehr, als man über viele Epen der „Weltrettungs-Fantasy“ sagen kann.

Bewertung: 2

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