Film: The Void (Kanada, 2016)

Für einen erfahrenen Horrorfan bietet „The Void“ auf den ersten, flüchtigen Blick wenig Neues: Einen isolierten Schauplatz mit einer kleinen Gruppe dort Eingeschlossener, einen finsteren Kult, der außerirdische Götter anbetet, einen verrückten Wissenschaftler und grässliche Experimente. Doch wie so oft sind es auch in diesem Fall nicht die einzelnen Elemente, sondern deren Zusammenstellung und die Ausführung, die aus wohlbekannten Motive einen lohnenden Film machen.

Sheriff Daniel Carter ist im ländlichen Nordamerika auf Streife, als er an der Straße einen Verletzten entdeckt. Er bringt ihn ins nächste Krankenhaus, wo kurz vor einem geplanten Umzug neben seiner Ehefrau Allison nur noch eine Handvoll Mitarbeiter Dienst tun. Kurz nach seiner Ankunft wird Carter Zeuge eines brutalen Mordes. Von da an gerät das Geschehen in eine sich immer schneller drehende Spirale übernatürlichen Schreckens.

Die Drehbuchautoren und Regisseure Jeremy Gillespie und Steven Kostanski stellen Motive aus mindestens vier Jahrzehnten Horrorfilmgeschichte zusammen: Sie kombinieren Monsterhorror (nebst sehenswerter Tricktechnik), ominöse Visionssequenzen, ein hartes Belagerungsszenario und teils drastische Gore-Effekte. Wider Erwarten funktioniert dieses Aufhäufen bekannter Aspekte sehr gut, baut ein permanentes Gefühl der Bedrohung auf und bringt mehr überraschende als absehbare Wendungen mit sich – bis hin zum Schluss, der gängige Genre-Erwartungen ignoriert und nach langem Aufbau den kosmischen Schrecken für zwei der Hauptcharaktere manifest werden lässt.

Bei alldem ist „The Void“ konsequent grimmig und finster. Es gibt keine Momente komischer Entspannung oder ironischer Brechung. Der Film nimmt sich ernst und fällt damit überraschenderweise nicht auf die Nase. Nur bei der finalen Konfrontation zeigt sich ein wenig die Überschaubarkeit des teils über Crowdfunding zusammengebrachten Budgets. Und in der Rolle des obligatorischen schwangeren Teenagers erweist sich Grace Munro letztlich als Fehlbesetzung. Doch trotz dieser kleinen Makel überzeugt der Film.

Genre: Übernatürlicher Monster-Horror/Body Horror/Siege

Note: 1 bis 2

Fazit: Herbert West – Reanimator (nicht der Film, sondern die Lovecraft-Geschichte von 1922) trifft auf Halloween II (1981) trifft auf Baskin (2015) – eine überraschend gelungene Fusion von Elementen verschiedener Horror-Epochen und -Subgenres.

 

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