Ultimas Lagrimas beim Bang Your Head

Im Sommer hat Meister Krysa unter anderem das regionale Metal-Festival Bang Your Head in Balingen besucht. Sein Bericht zeigt, dass die harten Riffs zur Kernkompetenz von Ultimas Lagrimas gehören. In der Sendung haben wir zeitnah darüber gesprochen, jetzt gibt’s die Rezension auch schriftlich im Weblog.

Mitte Juli war mal wieder das lokale Metallerfestival in Balingen angesagt, und bei einem solchen Heimspiel durfte man dann natürlich auch diesen unschlagbaren Vorteil nutzen: Kein Dahinvegetieren in klammen Zelten und Büchsenkost, sondern schön die Musikpausen in der eigenen Heia verbringen – das zunehmende Alter macht auch vor den Großmeistern von Ultimas Lagrimas keinen Halt.

Da das Arbeitslager der Warm-Up-Show mächtig in die Suppe spuckte, konnte man erst an Tag 2 die heilige Arena des guten Musikgeschmacks erklimmen. Der Besucherandrang war recht groß, aber bei dem diesjährigen famosen Line-Up kein Wunder. Schön einmal mehr das friedfertige Miteinander der Fans und die gute Stimmung.

Minuspunkt dieses Jahr leider war der Sound. Dieses Manko zog sich durch fast das ganze Festival. Oft sehr leise im Vergleich zu artverwandten Veranstaltungen und vor allem in der Halle war es bisweilen Sound-Matsch.

Highlights für mich an diesem Tag auf jeden Fall Slayer, die sehr zu überzeugen wussten, sowohl musikalisch als auch von der Bühnendeko (inklusive Jeff-Hannemann-Gedächtnis-Transparent). Sehr kommunikativ war der gute Herr Araya nicht, aber so ließ man eher die Taten sprechen. Sehr schön. Neben neuen Songs des Repentless-Albums wurden auch die alten Gassenhauer gespielt. Gute Mischung, gute Band.

Davor konnten mich auch die Briten von Carcass noch sehr überzeugen.Sehr gute Liveband. Nach Slayer ging es noch ab in die Halle zu Equilibrium und meinen Lieblingsungarn Ektomorf. Equilibrium litten massiv unter dem schlechten Sound, den der Mischer veranstaltete. Sehr schade, da ich die Band eigentlich sehr schätze. Warum dann das Publikum weitestgehend die Halle mied, als das magyarische Abrisskommando die Bretter betrat, bleibt mir unerschlossen. Zoli und Co. waren wieder die pure Rohheit und Energie. Phantastische Band. Danach war erstmal Schlusspfiff für diesen Tag.

Am Freitag erstmal Kumpel und Kollege Jürgen/Skeptic Sense und einige Ex-Bandkollegen getroffen, Inti für die Sendung gemacht (man ist schließlich zum Arbeiten zugegen) und wichtigen Dingen wie der Musikakquise gewidmet (damit es in der Sendung wieder was Neues auf die Lauscher gibt).

An diesem Mittag war für uns dann eher Vergangenheitsbewältigung angesagt: Mit Sacred Reich, Metal Church, Annihilator und Testament warteten einige Hochkaräter und konnten durchweg überzeugen. Die Spannung stieg, denn Twisted Sister und Dee Snyder baten zum ultimativen, letzten Tanz und die Menge vor der Bühne nahm immens zu (auch außerhalb des Geländes). Twisted Sister enttäuschten bei ihrem letzten Abgesang nicht: Perfekter Imbissbudenmetal meets Tunt’n’Roll at its best. Irre Energieleistung des Metallrentners.

Leider erwies sich der Getränkekauf als fatal, so dass man bei diesem Andrang den Rest der Crew verlor. Zum Abschluss noch kurz in die Halle und Metzelsuppe mit Grave. Auch ganz nette Liveband.

Der Samstag war nur für einen Kurzbesuch anberaumt, da familiäre Pflichten den Abend einnahmen. Zusammen mit dem Sohnemann wurde mittags noch Girlschool genossen. Wieder sehr geiler Auftritt der vier Damen und auch die nachfolgenden, sehr goth-lastigen Delain hatte ich gar nicht so gut in Erinnerung. Dem Lütten hat es auch gefallen. So muss sein. Und nächstes Jahr sieht man sich hoffentlich wieder. Schönes Festival, anyway.

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