Album: Alphamay – Twisted Lines

Über Umwege hat Ultimas Lagrimas das mittlerweile gar nicht mehr so neue, aber nach wie vor aktuelle Album der deutschen Band Alphamay erreicht. Aber man muss ja nicht immer nur das Neueste rezensieren – vor allem wenn nicht ganz so neue Erscheinungen hörenswert sind.

„Twisted Lines“ vereint 11 Songs mit zusammen rund 44 Minuten Spielzeit. Diese bewegen sich im magischen Dreieck von Synthiepop, Dark Wave und 80ies-Retromantik. „Da ist viel Schönes dabei“, um auch mal eine Phrase zu dreschen.

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Timezone Macabre * alphamay.de * 44:17 min * Synthpop

Sänger Henning und Synthesist HC ist es gelungen, auf dem genannten stilistischen Feld einen eigenen Sound zu finden. Nicht von dem, was sie machen, ist absolut neuartig. Aber das allzu Süße im Synthpop tauchen sie mittels des wandlungsfähigen Gesangs ins Bittere, düsterer Wave-Stimmung stellen sie verspielte 80er-Sequenzen entgegen, und rückwärtsgewandte Klänge vermeiden sie durch die moderne, dabei nicht zu polierte Produktion. Eine gelungene und eigenständige Melange.

Unter den Songs sind zwar einige „Füller“. Gerade die balladesken Stücke lassen einen mitunter auf etwas mehr Bumms hoffen, etwas mehr Tanzbarkeit. Doch auf einer CD sind ruhigere, langsamere Titel legitim, zumal wenn sie zusammen mit Instant-Hits wie „Nightclub Nightmares“ oder dem Opener „Weak Philosophy“ ein vielfältiges Gesamtwerk ergeben.

Fazit: Vor allem die Eigenständigkeit der Kompositionen und die interessante Stimme heben „Twisted Lines“ aus der Masse der synthetisch-poppigen Veröffentlichungen dieser Tage heraus. Für Sounddesign-Fans und selbst mit Synthesizern vertraute Hörer sind die vielfältigen Klänge oft ein Oha-Erlebnis.

Anspieltipp: The rising moon (Track 6)

Gesamtnote: 2,1

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