Buch: Die Tore zu Anubis‘ Reich

Powers, Tim: Die Tore zu Anubis‘ Reich, Heyne, München 1988, 555 Seiten

Tim Powers ist einer der etablierten, vielfach preisgekrönten und doch oft zu Unrecht in der allgemeinen Wahrnehmung vergessenen Fantasy-Autoren der vergangenen 30 Jahre. Vielleicht weil er sich nicht massentauglichen, epischen Serien ver-, sondern vorwiegend abgeschlossene Romane geschrieben hat. Noch dazu steht er nicht für Elfen-Zwerge-Orks-Fantasy, sondern lässt seine fantastischen Geschichten vor historischen Hintergründen spielen.

Letzteres gilt auch für „Die Tore zu Anubis‘ Reich“, das im Original 1983 erschien und Powers‘ erster Welterfolg war: Die Hauptfigur Brendan Doyle, ein Literaturdozent und damit unschwer als Gary-Stu-Charakter des Autors zu erkennen, unternimmt mit Hilfe von Magie eine Reise ins Jahr 1811 und kommt dort ägyptischen Zauberern in die Quere, die den Lauf der Geschichte verändern wollen.

Wie von Powers gewohnt, ist das der Aufhänger für einen nicht abreißenden Strom actiongeladener Szenen und schmerzhafter Verletzungen des „Helden“, der letztlich vor allem um seinen Selbsterhalt kämpft. Das alles ist packend und mit Tempo geschrieben, Powers schindet keine Seiten mit endlosen Dialogen oder Beschreibungen. Schade, dass die Handlung spätestens im Schlussdrittel weitgehend den roten Faden verliert und man sich als Leser am Ende manches selbst zusammenreimen muss.

Bewertung: 3

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