Album: Devil-M – Revenge of the Antichrist

Bereits als Krysa, W.o.11 und Kai vor zwei Jahren Devil-M live im Tübinger Sudhaus sahen, war uns klar: Von dieser Band würden wir wieder hören. Und tatsächlich hat Max Mayer, Kopf der Gruppe, Ultimas Lagrimas jetzt noch vor der Pressung mit den Tracks des neuen Albums versorgt. Das hat eine amtliche Rezension verdient.

„Revenge of the Antichrist‟ ist das zweite Album von Devil-M, und man merkt bereits beim ersen Durchhören, wie das seit 2007 bestehende Projekt gereift ist. Das zeigt sich nicht nur an der professionelleren Produktion, sondern auch weil Max die Intensität der Kompositionen seit „Kannst du sterben?‟ nochmals ein Stück höher geschraubt hat.

Devil-M_RotA
Meth Media/Dark Dimensions * www.devil-m.de * 1:01:07 h * Electro-Metal-Industrial

Die neue CD hat 16 Tracks bei gut einer Stunde Spielzeit. Das Gesamtwerk ist klanglich vielschichtig, fordernd und vereint sehr unterschiedliche Tracks und Elemente. Trotzdem entwickelt es stilistisch eine sehr klare, eigene Linie. Anders gesagt: Auf „RotA‟ klingen nicht alle Stücke gleich, aber die Platte ist auch kein Stückwerk.

So finden sich darauf tanzbodentaugliche Electro-Tracks (Apokrypha), fast schon sinfonische Stimmungsbilder (Garden of Eden), geradezu klassischer Industrial Metal (der Titeltrack, Pt. 1), sogar eine schwarzromantische Ballade (I am god). Und trotzdem ist jedes Stück klar als „Devil-M‟ zu erkennen.

Das liegt teilweise an dem flexiblen Gesang. Max-M hat seit dem Vorgängeralbum hörbar an seiner Technik gearbeitet. Mitunter wechselt er ebenso mühe- wie ansatzlos innerhalb einer einzigen Phrase von knabenchorhafter Klarheit zum grollenden Schlachtruf.

Und auch in das Sounddesign ist einige Arbeit geflossen. Da klingt – mal abgesehen von den wiederkehrenden Chorstimmen – nichts nach Sample-Bibliothek oder einfach nur übereinander geschichtet.

Sollte man sich „RotA‟ anhören? Auf jeden Fall. Die Scheibe ist mit ihren Ecken und Kanten vielleicht nicht für jeden Geschmack etwas, liefert aber eben auch absolut keine Musik von der Stange. Intensiv, lyrisch, anspruchsvoll, individuell – wer bereit ist, Musik auf sich wirken zu lassen, der wird das Album zu schätzen lernen.

Fazit: Vielschichtig und fordernd – Devil-Ms neues Album ist etwas für Menschen, die Musik als Kunst wahrnehmen können und nicht nur als Anlass zu Bewegungen auf dem Tanzboden oder gar Hintergrundgedudel nutzen.

Anspieltipp: Rebirth (Track 5)

Gesamtnote: 2,0

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