Album: Blume – Autumn ruins

Bei manchen Bands braucht es den Umweg über den großen Teich, bis sie bei Ultimas Lagrimas in den Fokus gelangen. Das ist etwa bei Blume der Fall. Die Italiener waren bei A Different Drum und sind mittlerweile bei WTII Records in den USA unter Vertrag – und finden erst allmählich die verdiente Aufmerksamkeit in Europa.

Mit einem klare, lichte Assoziationen weckenden Namen wie Blume ist man als Band eigentlich nicht prädestiniert, im düster-romantischen Fach Karriere zu machen. Oder vielleicht gerade doch – wenn nicht nur der Name ungewöhnlich, sondern auch die Musik ungewöhnlich gut ist.

Blume - Autumn ruins

WTII Records * www.blumeofficial.com * 40:22 min * Dark Pop

„Autumn ruins“ ist das zweite Album der drei Italiener von Blume. Zehn Tracks mit 40 Minuten Spieldauer sind darauf versammelt – und so eingängig, dass man sich wundert, weshalb man als eher sporadischer Beobachter der Szene von diesem Dark-Pop-Trio bislang noch wenig gehört hat. Ihre Musik ist vielleicht nicht außergewöhnlich, aber in jedem Fall bemerkenswert gut.

Sänger Enrico Filisetti und seinen Mitstreitern gelingt die Balance zwischen meist sanften, warmen Melodien, reduzierter, oft kühler Begleitinstrumentierung und präzisen, nicht alles andere überlagernden Rhythmen. Harmonien und Songstrukturen stehen im Vordergrund. Dem dient die transparente Produktion, die nicht einfach Layer auf Layer schichtet, sondern Sounds an denjenigen Stellen bringt, an denen sie Platz im Arrangement haben. Konsequent ziehen sich lediglich die nachdenkliche Grundstimmung der Titel und die Vorliebe für Arpeggio-Sequenzen sowie gegatete Flächen durch das Werk, die eine Reihe der Stücke vorantreiben.

Gelungen ist dabei die Abfolge ruhiger und schnellerer Titel. Wer will, kann sich sinnierend in seinem Sessel zurücklehnen, erhält aber nach 4 oder 5 Minuten einen neuen Impuls. Der Hörer wird weder gehetzt noch mit traniger Gleichförmigkeit übergossen. Zuhören lohnt sich und wird von Blume auch eingefordert.

Fazit: Mit romantisch-melancholischen Kompositionen lässt „Umlaut ruins“ Pop-Orchideen aus der klanglichen Industriebrache empor wachsen.

Anspieltipp: Alone (Track #3)

Gesamtnote: 2,2

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