Album: Mechanical Cabaret – Beyond science and superstition

Von Mechanical Cabaret hatten wir in der Vergangenheit schon gelegentlich gehört. Dank WTII Records liegt Ultimas Lagrimas das neueste Album des Duos aus London zur Rezension vor.

Synthpop ist nicht gleich Synthpop. Innerhalb dieses Musikstils haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten viele Subgenres entwickelt. Mechanical Cabaret vertreten darin eine typisch englische Richtung, mit Betonung auf dem Bestandteil Pop.

Mechanical Cabaret - Beyond Science and Superstition

Danse Macabre * www.mechanicalcabaret.com * 40:09 min * Synthpop

Auf „Beyond science and superstition“ geht es nicht um frickelige Klangexperimente, sondern um eingängige Melodien und Texte, die etwas transportieren. Das ist der rote Faden, der sich durch die zehn Titel und 40 Minuten des Albums zieht.

Dabei steht Roi Robertsons markante, stets mit süffisantem Unterton erzählende Stimme zumeist im Mittelpunkt der Kompositionen. Ihr hört man gerne zu, zumal keine unnötigen instrumentalen Schnörkel für Ablenkung sorgen, sondern die Titel straff um die Texte geschmiedet sind. Dass dem Sänger und Bandleader dabei mit Steve Bellamy ein fähiger Soundtüftler an den Synthesizern zur Seite steht, der sein Handwerk versteht, erfreut auch Hörer, die auf den Klang achten und dabei Eigenständigkeit schätzen.

Zwingende Tanzbodenfüller sind man auf „Beyond…“ spärlich gestreut. Auch der Mix legt den Schwerpunkt mehr auf „Song“ denn auf „Track“. Trotzdem oder gerade deswegen lohnt es sich, die Scheibe aufmerksam durchzuhören.

Nachdem der ur-britische Synthiepop seit Ende der 80er-Jahre vor allem in Schweden sowie kleinen Nischen in Resteuropa und Südamerika weiterentwickelt wurde, scheint das Mutterland dieser elektronischen Tanzmusik wieder zu den Wurzeln zurück zu streben. Mechanical Cabaret zeigen mit „Beyond science and superstition“, wie man das macht, ohne bloßer Retromanie zu frönen.

Fazit: Wer Mechanical Cabarets aktuellem Album Aufmerksamkeit schenkt und nicht nur einfach nebenher durchlaufen lässt, kann eine der interessantesten Veröffentlichungen des Jahres 2013 im Synthpop-Fach entdecken.

Anspieltipp: Hold on for dear life (Track 10)

Gesamtnote: 1,8

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