Album: Place4tears – Whales don’t cry for suicide

Place4tears hatten wir bei Ultimas Lagrimas bislang noch gar nicht im Blick. Bedauerlicherweise, muss man sagen, denn auf dem neuen und wohl letzten Album haben wir viel Schönes gefunden, das schon früher Eingang in unsere Sendung hätte finden können.

Darf man eine Platte einfach „schön“ finden? Vermutlich nicht, denn sonst hätten Place4tears nicht zwischen die dominierenden, sich anmutig der klanglichen Vollkommenheit entgegen rankenden Songblüten die eine oder andere stachlige Distel gesät, die immer wieder mit Widerhaken Aufmerksamkeit einfordert. Dennoch überwiegt beim Hören von „Whales don’t cry for suicide“ das Wohlgefallen.

Place4tears

Danse Macabre * www.place4tears.com * 1:08:25 h * Ethereal Wave/Gothic Pop

Mit atmosphärischem Gothic Pop, man könnte die Scheibe auch ins Fach Ethereal Wave einordnen (kennt diesen Stil eigentlich noch jemand?), lassen Place4tears aufhorchen und zuhören. Da ist nichts absolut Neues dabei, aber aus dieser Richtung hat man schon lange nichts derart Lohnendes mehr gehört – die 18 Titel haben es in sich.

Ja, es geht auf der Platte eher melancholisch zu, zwischendurch fast etwas zu besinnlich. Zum Glück kommen dann doch wieder Gitarre und Sitar und beginnen zu rocken. Weil aber kein Titel wie der davor oder der danach klingt und auch die ruhige Grundstimmung Varianten erfährt, gerät das Hören zur Entdeckungsreise – auch dank der stattlichen Spieldauer von mehr als einer Stunde, und der Tatsache, dass hier neue Stücke, interessante Remixe und gelungene Cover-Titel schwarzbunt gemischt werden.

Weiblicher, bisweilen an die Invisible Limits erinnernder Gesang wechselt sich mit männlichem ab, der seine Vorbilder in den 80er- und 90er-Jahren nicht verleugnen will oder muss. Dazu kommen Gitarren und Keyboards, die je nach Song nach Gothic wie nach Wave oder Shoegaze klingen, und fast experimentelle Zwischenklänge. Ohne Hast schöpft das Album aus einem weiten Fundus von Ideen und wirkt dabei doch nicht beliebig.

Fazit: Konventionell ist etwas anderes. Mastermind Tyves Oben ist mit diesem finalen Werk von Place4tears keine Kompromisse eingegangen – die Eigenwilligkeit des Gesamtwerks ist seine Stärke. Bedauerlich, falls „Whales don’t cry for suicide“ wirklich die letzte Veröffentlichung des Projekts gewesen sein sollte.

Anspieltipp: Illusion (Archway Towers Mix, Track 11 )

Gesamtnote: 2,3

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