Album: The Saint Paul – Consequence

Ist es wirklich schon wieder zwei Jahre her, dass uns bei Ultimas Lagrimas die famose Debüt-EP „Rewind the time“ von The Saint Paul in den Briefkasten flatterte? Warum haben wir die eigentlich noch nicht rezensiert? Das Album „Consequence“ soll nicht so lange auf unserer Agenda stehen bleiben.

Auf „Consequence“ versammelt das Duo Paul und Marc alias The Saint Paul elf Titel mit insgesamt etwas mehr als 52 Minuten Spieldauer. Deren epischer Synthieballadenpop mit teils ergreifenden Gesangslinien ist etwas für Leute, die Musik nicht einfach nebenher dudeln lassen, sondern konzentriert zuhören können.

The Saint Paul - Consequence

Danse Macabre/Alive * www.thesaintpaul.info * 52:28 min * Synthpop

Dem geübten Hörer fällt auf, wie diskret die Arrangements aufgebaut sind. Die schönen, oft kühlen Melodien werden nicht mit Synthesizersoße zugekippt, sondern stehen klar konturiert im Raum. Das macht das Zuhören fordernd, aber auch entspannend – man kann sich auf die relevanten Elemente konzentrieren.

Spannung erzeugen die Stücke trotzdem. Denn The Saint Paul nehmen sich stets genügend Zeit, die jeweilige Atmosphäre in jedem Song herauszuarbeiten, und verballern nicht einfach das Leitthema in den ersten 30 Sekunden. Kantige Lead-Sounds treffen auf pointiert programmierte Percussion, und alle Klänge sind akkurat um Pauls prägnante Stimme drapiert. Überfrachtete Arrangements und überflüssige Schnörkel sucht man umsonst – auf „Consequence“ erklingt keine Note ohne Sinn und Nutzen.

Lediglich die Abfolge der Titel ist für eine Band, die auch den zufälligen Hörer gleich fesseln wollen könnte, etwas unglücklich. So baut sich etwa das erste Stück „Inside Outside“ sehr langsam auf, ohne der CD gleich zu Beginn den Drive zu geben, den diese spätestens ab der Halbzeit bekommt. Wenn man nicht bereits die Qualitäten von The Saint Paul kennen würde, könnte einen das zum achtlosen Weiterklicken in der Titelliste verleiten – und das wäre ein Verlust.

Fazit: The Saint Paul knüpfen mit „Consequence“ nahtlos an „Rewind the time“ an. Kühle, reduzierte, und gerade dadurch spannend gestaltete Songs mit markanten Melodien beschreiten einen individuellen Weg zwischen Synthpop, Elektro und Industrial Dance, ohne martialisches Pathos, pseudointellektuelle Introspektion oder gefühlsduseligen Kitsch – auch das macht dieses Album zu einem Hörerlebnis.

Anspieltipp: Cowardice (Track 5)

Gesamtnote: 1,9

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