Archiv für Juni, 2013

Album: Place4tears – Whales don’t cry for suicide

Posted in Rezension on 17. Juni 2013 by ultimaslagrimas

Place4tears hatten wir bei Ultimas Lagrimas bislang noch gar nicht im Blick. Bedauerlicherweise, muss man sagen, denn auf dem neuen und wohl letzten Album haben wir viel Schönes gefunden, das schon früher Eingang in unsere Sendung hätte finden können.

Darf man eine Platte einfach „schön“ finden? Vermutlich nicht, denn sonst hätten Place4tears nicht zwischen die dominierenden, sich anmutig der klanglichen Vollkommenheit entgegen rankenden Songblüten die eine oder andere stachlige Distel gesät, die immer wieder mit Widerhaken Aufmerksamkeit einfordert. Dennoch überwiegt beim Hören von „Whales don’t cry for suicide“ das Wohlgefallen.

Place4tears

Danse Macabre * www.place4tears.com * 1:08:25 h * Ethereal Wave/Gothic Pop

Mit atmosphärischem Gothic Pop, man könnte die Scheibe auch ins Fach Ethereal Wave einordnen (kennt diesen Stil eigentlich noch jemand?), lassen Place4tears aufhorchen und zuhören. Da ist nichts absolut Neues dabei, aber aus dieser Richtung hat man schon lange nichts derart Lohnendes mehr gehört – die 18 Titel haben es in sich.

Ja, es geht auf der Platte eher melancholisch zu, zwischendurch fast etwas zu besinnlich. Zum Glück kommen dann doch wieder Gitarre und Sitar und beginnen zu rocken. Weil aber kein Titel wie der davor oder der danach klingt und auch die ruhige Grundstimmung Varianten erfährt, gerät das Hören zur Entdeckungsreise – auch dank der stattlichen Spieldauer von mehr als einer Stunde, und der Tatsache, dass hier neue Stücke, interessante Remixe und gelungene Cover-Titel schwarzbunt gemischt werden.

Weiblicher, bisweilen an die Invisible Limits erinnernder Gesang wechselt sich mit männlichem ab, der seine Vorbilder in den 80er- und 90er-Jahren nicht verleugnen will oder muss. Dazu kommen Gitarren und Keyboards, die je nach Song nach Gothic wie nach Wave oder Shoegaze klingen, und fast experimentelle Zwischenklänge. Ohne Hast schöpft das Album aus einem weiten Fundus von Ideen und wirkt dabei doch nicht beliebig.

Fazit: Konventionell ist etwas anderes. Mastermind Tyves Oben ist mit diesem finalen Werk von Place4tears keine Kompromisse eingegangen – die Eigenwilligkeit des Gesamtwerks ist seine Stärke. Bedauerlich, falls „Whales don’t cry for suicide“ wirklich die letzte Veröffentlichung des Projekts gewesen sein sollte.

Anspieltipp: Illusion (Archway Towers Mix, Track 11 )

Gesamtnote: 2,3

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Video: Kontrast – Am Fenster (City Mix)

Posted in Rezension on 16. Juni 2013 by ultimaslagrimas

Die elektronische Tanzkapelle Kontrast hat vor kurzem ein Video zu ihrem neuen Stück Am Fenster produziert. Sehr melancholisch, aber das ist man von Dirk, Robert, Falko und Lexi ja durchaus gewohnt.

Post von The Saint Paul

Posted in Info on 3. Juni 2013 by ultimaslagrimas

Auf die Rezension des aktuellen Albums „Consequence“ haben Ultimas Lagrimas eine freundliche E-Mail von Marc bekommen, seines Zeichens Keyboarder von The Saint Paul. Er hat sich bei W.o.11 für die (Zitat) „sehr schöne Rezi“ bedankt und über die medialen Kanäle der Band deren Fans auf das UL-Weblog hingewiesen. Dafür sagen wir „dankeschön!“ und werden unsere Hörer jetzt erst recht in der nächsten Sendung am Dienstag, 18. Mai, ab 22 Uhr mit einem weiteren Stück von The Saint Paul beglücken.

Marc und Paul

Album: The Saint Paul – Consequence

Posted in Rezension on 1. Juni 2013 by ultimaslagrimas

Ist es wirklich schon wieder zwei Jahre her, dass uns bei Ultimas Lagrimas die famose Debüt-EP „Rewind the time“ von The Saint Paul in den Briefkasten flatterte? Warum haben wir die eigentlich noch nicht rezensiert? Das Album „Consequence“ soll nicht so lange auf unserer Agenda stehen bleiben.

Auf „Consequence“ versammelt das Duo Paul und Marc alias The Saint Paul elf Titel mit insgesamt etwas mehr als 52 Minuten Spieldauer. Deren epischer Synthieballadenpop mit teils ergreifenden Gesangslinien ist etwas für Leute, die Musik nicht einfach nebenher dudeln lassen, sondern konzentriert zuhören können.

The Saint Paul - Consequence

Danse Macabre/Alive * www.thesaintpaul.info * 52:28 min * Synthpop

Dem geübten Hörer fällt auf, wie diskret die Arrangements aufgebaut sind. Die schönen, oft kühlen Melodien werden nicht mit Synthesizersoße zugekippt, sondern stehen klar konturiert im Raum. Das macht das Zuhören fordernd, aber auch entspannend – man kann sich auf die relevanten Elemente konzentrieren.

Spannung erzeugen die Stücke trotzdem. Denn The Saint Paul nehmen sich stets genügend Zeit, die jeweilige Atmosphäre in jedem Song herauszuarbeiten, und verballern nicht einfach das Leitthema in den ersten 30 Sekunden. Kantige Lead-Sounds treffen auf pointiert programmierte Percussion, und alle Klänge sind akkurat um Pauls prägnante Stimme drapiert. Überfrachtete Arrangements und überflüssige Schnörkel sucht man umsonst – auf „Consequence“ erklingt keine Note ohne Sinn und Nutzen.

Lediglich die Abfolge der Titel ist für eine Band, die auch den zufälligen Hörer gleich fesseln wollen könnte, etwas unglücklich. So baut sich etwa das erste Stück „Inside Outside“ sehr langsam auf, ohne der CD gleich zu Beginn den Drive zu geben, den diese spätestens ab der Halbzeit bekommt. Wenn man nicht bereits die Qualitäten von The Saint Paul kennen würde, könnte einen das zum achtlosen Weiterklicken in der Titelliste verleiten – und das wäre ein Verlust.

Fazit: The Saint Paul knüpfen mit „Consequence“ nahtlos an „Rewind the time“ an. Kühle, reduzierte, und gerade dadurch spannend gestaltete Songs mit markanten Melodien beschreiten einen individuellen Weg zwischen Synthpop, Elektro und Industrial Dance, ohne martialisches Pathos, pseudointellektuelle Introspektion oder gefühlsduseligen Kitsch – auch das macht dieses Album zu einem Hörerlebnis.

Anspieltipp: Cowardice (Track 5)

Gesamtnote: 1,9