Album: Deviant UK – Very bad things (Deluxe)

Schöne Überraschung: WTII Records aus Chicago haben Ultimas Lagrimas mit der Luxus-Ausgabe des Albums „Very bad things“ von Deviant UK beglückt. Nachdem bereits dessen Vorabsingle „Wreckhead“ und der NG-Pro-Remix von „You will burn“ Anfang April haben aufhören lassen, war eine ausführliche Rezension naheliegend.

„Very bad things“ ist die Wiederveröffentlichung des zweiten Albums von 2010, in der Deluxe-Ausgabe ergänzt um eine zweite CD mit Remixen und zusätzlichen Songs. Auf diesen beiden Scheiben kommt mit insgesamt 24 Titeln eine beachtliche Spielzeit zusammen, aber garantiert keine Langeweile auf.

DeviantUK - Very bad things

WTII Records * deviantuk.net * 2:02:23 h * Synthpop/Industrial Dance

Auch wenn er sich so anhört, Jay Smith ist kein leiblicher Verwandter von New-Romantic-Legende Gary Numan. Durchaus aber ein bekennender Fan. Das hat dem Album überhaupt nicht geschadet. Denn Smith alias Deviant UK verbeugt sich vor dem Idol, kopiert aber nicht einfach nur den Früh-80er-Synthiesound, sondern schreitet auf dem von Numan geebneten Weg drei Jahrzehnte in die Zukunft.

Die Platte klingt dennoch überhaupt nicht retro, sondern absolut gegenwärtig. Lediglich beim Numan-Cover „We have a technical“ auf der Bonus-CD ist der Soung bewusst auf analog getrimmt. Ansonsten ist mit Deviant UK der Synthpop im 21. Jahrhundert angekommen – ohne seine Wurzeln zu verleugnen oder aber exakt so klingen zu wollen wie 1980.

Dank dieses Sounds kann man sich ganz auf jene Elemente konzentrieren, die „Very bad things“ eingängig und hörenswert machen: Souveräne, einprägsame Melodien und Smiths individueller Gesangsstil, der die Stimme immer in den Mittelpunkt der Songs rückt. Dass die Originalversionen der Tracks irgendwie undefinierbar eigenwillig produziert klingen – angefangen bei hart an der Übersteuerung voran wuchtenden Drums -, verstärkt den Charme dieser Scheibe noch.

Fazit: Leichtfüßig und mit einem frechen Grinsen im Mundwinkel unbeschwert kommen die stets mit ein wenig Selbstgefälligkeit gesungenen Titel auf „Very bad things“ daher. Songs zum Mitsingen gibt es ebenso wie zum Mithüpfen oder zwischendurch Verschnaufen. Dieses Album funktioniert im schwarzlichtgetränkten Club genauso wie beim Cruisen durch die Sommernacht. Anhören!

Anspieltipps: Maid of plastic (CD#1, Track 4), We have technical (CD#2, Track 6)

Gesamtnote: 1,7

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