Album: Pr0metheus Burning – Kill it with fire

Das us-amerikanische Label WTII Records zählt seit einiger Zeit zu den Unterstützern von Ultimas Lagrimas. Darauf ist bereits vor einiger Zeit das neue, siebte Studioalbum des Electro-Industrial-Duos Pr0metheus Burning erschienen, „Kill it with fire“.

Electro-Bands aus den USA ist sehr oft ein typischer Klang zueigen, der sie bereits beim ersten Hinhören von vergleichbaren Künstlern aus Europa unterscheidet. Ob das an Unterschieden in der Produktionsweise liegt, an der anderen Netzspannung und -frequenz in den US-Studios oder aber an etwas ganz anderem, das kann vermutlich höchstens ein Toningenieur sagen. Fakt ist, dass „Kill it with fire“ von den ersten Tönen an sehr amerikanisch klingt.

Pr0metheus Burning - Kill it with fire

WTII Records * www.prometheus-burning.com * 0:50:56 h * Electro-Industrial

Elf Stücke vereint „Kill it with fire“ zu knapp 51 Minuten Spielzeit, zählt man alle Zwischentitel und Remixe mit. Entgegen dem üblichen Aufbau eines Albums entwickelt dieses erst ab dem zweiten Drittel richtig Druck und hakt sich in den Hörgängen fest. Das ist vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass PB mit ihren Kompositionen nicht strikt dem typischen Aufbau Intro-Hook-Strophe-Refrain-Repeat-Break-Refrain-Outro folgen. Gut,das! So gleitet das Gesamtwerk flüssig voran wie eine gute gewartete, medizinische Maschine.

Klinisch, kühl und steril wirkt das Album – nicht zu verwechseln mit „gefühllos“, es verströmt im überraschenden Gegensatz zu seinem Titel eher schneidende Kälte denn sengende Hitze. Dazu trägt neben dem maschinell klingenden Sounddesign vor allem Sängerin Nikki Telladictorians Stimme bei, die keiner Effekte bedarf, um Silbe für Silbe kaum gezügelte Aggressivität zu transportieren. Das ist keine Wellness-Kur, eher metallisch schmeckende Medizin, mit der sich die lähmende Eintönigkeit behandeln lässt, an der die düster-elektronische Musik oft krankt.

Fazit: Zwingendes Hitpotential entfalten selbst die Höhepunkte auf der chirurgisch präzise komponierten und produzierten Scheibe kaum. Da für sind die Titel zu wenig gängigen Hörgewohnheiten unterworfen. Doch wer beim Stichwort „Industrial“ nicht unbedingt einen tanzbaren Clubstampfer nach dem anderen erwartet, sondern auch mal einfach nur konzentriert zuhören und Klangstrukturen verfolgen kann, der sollte „Kill it with fire“ offene Ohren gönnen.

Anspieltipp: Eevilution (Track 7)

Gesamtnote: 2,1

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