Manöverkritik: Traitor (27.10.12)

Ultimas Lagrimas wandelt auf abseitigen, aber regionalen Pfaden: Aus dem Balinger Sonnenkeller erreicht euch folgende Rezension des jüngsten Auftritts unseres lokalen Thrash-Kommandos Traitor.

Der Status Balingens als Metal-Hochburg ist kein Geheimnis. Vor allem lokale Bands und Veranstalter tragen dazu bei, dass über  das gesamte Jahr hinweg das musikalische Schmiedefeuer weiterbrennt. Beispielsweise bieten im Sonnenkeller regelmäßige Live-Konzerte eine Möglichkeit, dass Musiker aus der Region und ihre Fans zueinander finden.

Mit Entera aus Nürnberg und Total Annihilation aus Basel scheuten unlängst zwei Gruppen nicht die Reise an den Rand der Schwäbischen Alb. Mehr als nur eine Vorgruppe waren an diesem Abend die Lokal­matadoren von Traitor. Für die vier Jungs um Sänger und Schlagzeugmaschine Andreas Mozer ist der Sonnenkeller fast schon ein zweiter Proberaum mit Publikum. Und auch in dieser frostigen Oktobernacht enttäuschten sie ihre fleißig mitbangenden Zuhörer nicht.

Wachsende Routine und Spaß an der Musik sowieso waren ihnen anzumerken. Dass sich auch die Cover-Version eines fast 30 Jahre alten Metal-Klassikers wie Metallicas »For whom the bell tolls« nahtlos ins Programm einfügte, zeigt dass der klangliche Horizont von Traitor nicht bei »härter, schneller, lauter« endet.

Dass die Gruppe jede Möglichkeit nutzt, um noch mehr Live-Erfahrung zu sammeln, liegt nahe: Es ist nur noch ein halbes Jahr, bis wieder der Wettbewerb um den unter Newcomern begehrten Platz als jene Band beginnt, die das Balinger »Bang your head«-Festival eröffnet. 2012 wurden Traitor dabei nur knapp abgeschlagen Zweite. 2013 dürfte es in der momentanen Form kaum noch jemanden geben, der ihnen dieses Ziel streitig machen kann.

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