Buch: Ein Mann in einer fremden Welt

Heinlein, Robert A.: Ein Mann in einer fremden Welt, Heyne Verlag, München 1961/1980; 334 Seiten

Heinlein war mir zuvor lediglich als Autor der Vorlage für den Film „Starship Troopers“ dem Namen nach bekannt gewesen. Als ich mir das vorliegende Buch auf dem Flohmarkt kaufte, erwartete ich daher eine gepflegte Portion trashige Science-Fiction-Action. Trash ist dieses Werk aus den späten 1950e-Jahren tatsächlich. Aber auf eine ganz andere Weise als ich erwartet hatte.

Ein von Marsianern aufgezogener Mensch mit übersinnlichen Fäigkeiten kommt auf die Erde, stellte alle moralischen und gesellschaftlichen Werte und Konzepte in Frage, gründet seine eigene Sekte und lässt sich am Ende von einer entfesselten Menge töten, ehe seine sterblichen Reste von seinen Anhängern verspeist werden. Mehr gibt es über den Inhalt nicht zu sagen, und dass dies eine kaum verhüllte Nacherzählung der neutestamentlichen Jesusgeschichte ist, braucht man wohl niemandem zu erläutern.

Es mag sein, dass Heinleins Roman vor 50 Jahren revolutionär war, sicher zumindest provokant. Heutzutage verursacht er alleinfalls ein gelangweiltes Gähnen, gefolgt von einem Stirnrunzeln ob des darin enthaltenen, ganz dem Geist der 50er-Jahre entsprechenden Frauenbilds, das im betont fortschrittlich dargstellten Kontext der Romanhandlung um so rückständiger wirkt.

Die Charaktere sind so plastisch wie Lithographien, Science-Fiction-Elemente lediglich dekoratives Beiwerk. Ein Buch, von dem man wärmstens abraten kann.

Bewertung: 5

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