Manöverkritik: Vlad in tears

Ohne alte Klischees reproduzieren zu wollen: Mit der Technik hatten es die Italiener von Vlad in tears nicht. Erst bockte der Bass und gab keinen Ton von sich, dann schmorte ein überlastetes Gitarrenkabel durch, und schließlich trat der Drummer auch noch seine Fußmaschine kaputt. Made by Fiat?

Dafür passte musikalisch alles: Ganz abgebrüht wirbelte das Quartett aus Rom über die Bühne, brachte seine Songs effektreich auf den Punkt, und Sänger Kris – stilistisch irgendwo zwischen Alice Cooper, Marilyn Manson und Steven Tyler – konzentrierte die meiste Aufmerksamkeit auf sich.

Der von Synthie-Loops getragene, gruftige Indie-Rock-Sound zeigte die Live-Qualitäten der Band, aber auch deren Grenzen. Im Studio kann man mit der Elektronik noch mehr daraus machen. Trotzdem: Der Auftritt beim X-Solidus-Festival war ein gelungener, und die Musik von Vlad in tears hat ein Hörerpotenzial, das über die Schwarze Szene hinausreicht.

Diese Konzert-Kurzrezension ist Teil des Gesamtberichts über das X-Solidus-Festival in Tübingen. Weitere Blog-Artikel gibt es zu Centhron, Angelspit, Devil-M und Schock.

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