Manöverkritik: Angelspit

Sowohl auf der Bühne als auch am Merchandise-Stand: Amelia und Karl, Stimmen und Köpfe von Angelspit, waren beim X-Solidus-Festival ganz nah dran an ihren Fans. Vor dem Auftritt kamen sie immer mal wieder in den Sudhaus-Saal, scherzten und redeten mit dem Publikum, posierten für Fotos und saßen eben nicht einfach backstage, um sich mit dem Catering den Bauch vollzuschaufeln. So unaffektiert wünscht man sich die „Stars“.

Beim Auftritt herrschten dann Professionalität und Routine vor – aber auf eine sympathische und freundliche Art. Während DestroyX (Amelia) die bissigen Texte mit einer Stimme ins Mikrofon fauchte, die nicht so recht zu dem zierlichen Persönchen im stilprägenden Gothpunk-Outfit passen will, feierte ZooG (Karl) im Direktkontakt mit dem Publikum, setzte sich die Pickelhaube eines Fans auf, ließ die Textsicheren stellenweise mitsingen. Zwischen den Songs würgte er seinem Modularsynthesizer einige Effektsounds ab – nun gut, nach dem dritten Mal war das nicht mehr interessant.

Musikalisch sind Angelspit sicher nicht jedermanns Sache Außergewöhnlich und Genregrenzen überschreitend ist ihre Mischung aus Punk, Goth, Sprechgesang und Breakbeats aber auf jeden Fall. Und Gestik und Mimik von Sängerin Amelia für sich genommen fast den Eintritt wert. Ja, diese Band war zurecht der Headliner des X-Solidus-Festivals.

Diese Konzert-Kurzrezension ist Teil des Gesamtberichts über das X-Solidus-Festival in Tübingen. Weitere Blog-Artikel gibt es zu Centhron, Vlad in Tears, Schock und Devil-M.

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: