Archiv für September, 2012

Buch: Ein Mann in einer fremden Welt

Posted in Rezension on 17. September 2012 by ultimaslagrimas

Heinlein, Robert A.: Ein Mann in einer fremden Welt, Heyne Verlag, München 1961/1980; 334 Seiten

Heinlein war mir zuvor lediglich als Autor der Vorlage für den Film „Starship Troopers“ dem Namen nach bekannt gewesen. Als ich mir das vorliegende Buch auf dem Flohmarkt kaufte, erwartete ich daher eine gepflegte Portion trashige Science-Fiction-Action. Trash ist dieses Werk aus den späten 1950e-Jahren tatsächlich. Aber auf eine ganz andere Weise als ich erwartet hatte.

Ein von Marsianern aufgezogener Mensch mit übersinnlichen Fäigkeiten kommt auf die Erde, stellte alle moralischen und gesellschaftlichen Werte und Konzepte in Frage, gründet seine eigene Sekte und lässt sich am Ende von einer entfesselten Menge töten, ehe seine sterblichen Reste von seinen Anhängern verspeist werden. Mehr gibt es über den Inhalt nicht zu sagen, und dass dies eine kaum verhüllte Nacherzählung der neutestamentlichen Jesusgeschichte ist, braucht man wohl niemandem zu erläutern.

Es mag sein, dass Heinleins Roman vor 50 Jahren revolutionär war, sicher zumindest provokant. Heutzutage verursacht er alleinfalls ein gelangweiltes Gähnen, gefolgt von einem Stirnrunzeln ob des darin enthaltenen, ganz dem Geist der 50er-Jahre entsprechenden Frauenbilds, das im betont fortschrittlich dargstellten Kontext der Romanhandlung um so rückständiger wirkt.

Die Charaktere sind so plastisch wie Lithographien, Science-Fiction-Elemente lediglich dekoratives Beiwerk. Ein Buch, von dem man wärmstens abraten kann.

Bewertung: 5

Cover des Monats (11/9/12)

Posted in Cover des Monats on 15. September 2012 by ultimaslagrimas

Aufgrund des hohen Wortanteils in der jüngsten Ausgabe von Ultimas Lagrimas sind unsere gewohnten Rubriken in der Sendung am 11. September ein wenig kurz gekommen. Eine Cover-Version gab es aber trotzdem zu hören:

  • Deutsche Berittene Spetsnaz (DBS) – Headhunter ; im Original von Front 242

Playlist vom 11. September

Posted in Playlist on 12. September 2012 by ultimaslagrimas

Viel zu berichten von Konzerten und bevorstehenden Veranstaltungen gab es in der Live-Sendung am Dienstag, 11. September, von 22 Uhr. In Ultimas Lagrimas kam dennoch auch die Musik nicht zu kurz. Folgende Titel waren zu hören:

  • Devil-M – Hold me (ES23 Remix)
  • Angelspit – Wreak havoc (Stromkern Remix)
  • Centhron – Graue Front
  • Kontrast – Nr. 1 in der Hölle
  • Kontrast – Amerika (US Mix)
  • And One – Amerika brennt
  • Welle Erdball – Amerika
  • Kangaroo Musique – Amerika
  • Sepultura – Roots
  • Max Levine – Fight Muammar
  • Model Kaos – Goodbye my love
  • DBS – Headhunter
  • Folk Stone – Il contine
  • Bollock Brothers – Horror Movies
  • John Carpenter – Assault on Precinct 13
  • How to destroy angels – The believers
  • Coil – How to destroy angels
  • Coil – The hellbound heart

Manöverkritik: Vlad in tears

Posted in Rezension, Veranstaltung on 9. September 2012 by ultimaslagrimas

Ohne alte Klischees reproduzieren zu wollen: Mit der Technik hatten es die Italiener von Vlad in tears nicht. Erst bockte der Bass und gab keinen Ton von sich, dann schmorte ein überlastetes Gitarrenkabel durch, und schließlich trat der Drummer auch noch seine Fußmaschine kaputt. Made by Fiat?

Dafür passte musikalisch alles: Ganz abgebrüht wirbelte das Quartett aus Rom über die Bühne, brachte seine Songs effektreich auf den Punkt, und Sänger Kris – stilistisch irgendwo zwischen Alice Cooper, Marilyn Manson und Steven Tyler – konzentrierte die meiste Aufmerksamkeit auf sich.

Der von Synthie-Loops getragene, gruftige Indie-Rock-Sound zeigte die Live-Qualitäten der Band, aber auch deren Grenzen. Im Studio kann man mit der Elektronik noch mehr daraus machen. Trotzdem: Der Auftritt beim X-Solidus-Festival war ein gelungener, und die Musik von Vlad in tears hat ein Hörerpotenzial, das über die Schwarze Szene hinausreicht.

Diese Konzert-Kurzrezension ist Teil des Gesamtberichts über das X-Solidus-Festival in Tübingen. Weitere Blog-Artikel gibt es zu Centhron, Angelspit, Devil-M und Schock.

Manöverkritik: Angelspit

Posted in Rezension, Veranstaltung on 8. September 2012 by ultimaslagrimas

Sowohl auf der Bühne als auch am Merchandise-Stand: Amelia und Karl, Stimmen und Köpfe von Angelspit, waren beim X-Solidus-Festival ganz nah dran an ihren Fans. Vor dem Auftritt kamen sie immer mal wieder in den Sudhaus-Saal, scherzten und redeten mit dem Publikum, posierten für Fotos und saßen eben nicht einfach backstage, um sich mit dem Catering den Bauch vollzuschaufeln. So unaffektiert wünscht man sich die „Stars“.

Beim Auftritt herrschten dann Professionalität und Routine vor – aber auf eine sympathische und freundliche Art. Während DestroyX (Amelia) die bissigen Texte mit einer Stimme ins Mikrofon fauchte, die nicht so recht zu dem zierlichen Persönchen im stilprägenden Gothpunk-Outfit passen will, feierte ZooG (Karl) im Direktkontakt mit dem Publikum, setzte sich die Pickelhaube eines Fans auf, ließ die Textsicheren stellenweise mitsingen. Zwischen den Songs würgte er seinem Modularsynthesizer einige Effektsounds ab – nun gut, nach dem dritten Mal war das nicht mehr interessant.

Musikalisch sind Angelspit sicher nicht jedermanns Sache Außergewöhnlich und Genregrenzen überschreitend ist ihre Mischung aus Punk, Goth, Sprechgesang und Breakbeats aber auf jeden Fall. Und Gestik und Mimik von Sängerin Amelia für sich genommen fast den Eintritt wert. Ja, diese Band war zurecht der Headliner des X-Solidus-Festivals.

Diese Konzert-Kurzrezension ist Teil des Gesamtberichts über das X-Solidus-Festival in Tübingen. Weitere Blog-Artikel gibt es zu Centhron, Vlad in Tears, Schock und Devil-M.

Manöverkritik: Devil-M

Posted in Rezension, Veranstaltung on 7. September 2012 by ultimaslagrimas

Es ist immer angenehm, wenn Musiker sich nicht zu ernst oder wichtig nehmen. Das war auch bei Devil-M der Fall, die die undankbare Aufgabe der Festivaleröffnung hatten: Die Jungs nahmen es mit Humor, dass lediglich eine Handvoll Besucher ihnen zuhörte und applaudierte, und ebenso dass mit der Technik nicht alles klappte.

Sänger Maximilian und seine Mitstreiter arbeiteten mit Video-Projektionen und Audio-Tracks aus dem Rechner. Das passte zu der Bühnenperformance mit vollem Körpereinsatz und dem reduzierten Sound der live gespielten Instrumente erstaunlich gut.

Sicher, Devil-M fehlt es noch ein wenig an Routine. Auch könnte die Band Songstrukturen und Arrangements noch besser auf Bühne und Live-Publikum abstimmen. Aber von allen beim X-Solidus-Festival spielenden Gruppen fanden UltimasLagrimas-Hörer Kai und ich die Musik von Devil-M am interessantesten – vielleicht gerade wegen der Nicht-Perfektion. Von dieser Band wird man bestimmt noch mehr hören.

Diese Konzert-Kurzrezension ist Teil des Gesamtberichts über das X-Solidus-Festival in Tübingen. Weitere Blog-Artikel gibt es zu Centhron, Angelspit, Vlad in Tears und Schock.

Manöverkritik: Centhron

Posted in Rezension, Veranstaltung on 6. September 2012 by ultimaslagrimas

Was Härte und Publikumszuspruch betraf, war der Auftritt von Centhron der Höhepunkt des X-Solidus-Festivals. Sehr schade, dass UltimasLagrimas-Fürst Krysa das verpasst hat.

Nach epochalem Intro legten Centhron-Chef Elmar Schmidt, seine Live-Musiker Markus Vogler und Sven Hegewald mit einer unglaublichen Lautstärke und Wucht los, die viele Metal-Bands alt und zahnlos wirken ließe. Gepaart mit einer beängstigenden Bühnenpräsenz ergab das die bemerkenswerteste Performance des Abends – egal ob man die Musik mag oder nicht.

Über die Live-Show der Aggrotech-Kapelle kann man geteilter Meinung sein. Ich persönlich hätte auf die optischen und akustischen Beiträge der Sprechtänzerin Louisa Hartwig gut verzichten können. Die obligatorische WK-I-Maske bei „Gasman“ störte mich hingegen nicht. Und das an diesem Abend bei den Vokalsiten beliebte Oberkörperentblößen konnte sich Elmar zumindest leisten.

Den Zuhörern gönnten Centhron keine Pause. Brachialer Knüppelaufdensacktrack auf wuchtige Presslufthammerballade zwangen drückende Bässe und kreischende Leadsounds förmlich zum Tanzen. Dieser Auftritt demonstrierte die direkte Umwandlung von Musik in Bewegung durch schiere Energie. Bemerkenswert.

Diese Konzert-Kurzrezension ist Teil des Gesamtberichts über das X-Solidus-Festival in Tübingen. Weitere Blog-Artikel gibt es zu Angelspit, Vlad in Tears, Schock und Devil-M.