Album: Adrian H. & the Wounds – Dog Solitude

Ganz im Gestus eines 30er-Jahre-Gruselfilm-Bösewichts kommt Sänger und Pianist Adrian H. daher. Zumindest klanglich. Aber der Sound ist auch alles, was zählen darf, und die Optik ist bei dem stimmungsvollen zweiten Album „Dog Solitude“ wirklich nebensächlich.

Danse Macabre * adrianhandthewounds.com * 0:54:51 h * Gothic/Dark Wave/Jazz

Mit seiner Stimme und der durchweg passend arrangierten Begleitmusik malt Adrian düster-neblige Szenen wie aus klassischen Horrorstreifen der Universal-Ära. Er selbst taucht darin als sardonisch erzählender Mr. Hyde auf, der sein Publikum durch ein Kabinett schauriger Geschichten führt.

Instrumental wird das vornehmlich vom fein akzentuierten Tastenspiel des Frontmanns zusammengehalten. Das Album kommt ohne unnützen Bombast aus und besticht dadurch, dass kein einziger der zwölf enthaltenen Titel bloßes Füllwerk darstellt.

Morbide Balladen sind dabei die stärksten Kompositionen, doch generell gefällt, dass „Dog Solitude“ keine gängigen Szene-Klischees bedient. Das Album vermittelt Eigenständigkeit und Authenzität, und die Darbietung ist musikalisch und produktionstechnisch gelungen.

Fazit: Adrian H. & the Wounds bleiben hoffentlich kein Geheimtipp, sondern finden mit ihrer zweiten Scheibe ein wachsendes Publikum in düsterromantischen Kreisen. Zwischen all der Etikettentäuscherei, die mit diesem Begriff getrieben wird, ist die aktuelle Scheibe wirklich „Gothic“ im besten, klassischen Sinne – und dabei dennoch etwas Besonderes, keine bloße Kopie bekannter Bands.

 Anspieltip: „Bad Man“, Track 8

 Gesamtnote: 2

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